HJJV News

Gegen- und Weiterführungstechniken Spezial

Am 28.Januar hatte der HJJV Achim Hanke als Referent zum Techniklehrgang Spezial  eingeladen.  Diese Gelegenheit hatten sich 93 JuJutsukas aus ganz Hessen nicht entgehen lassen und wurden auch nicht enttäuscht. Achim Hanke war bereits öfters als Referent in Hessen tätig und verfügt mit dem 8.Dan JuJutsu, 7.Dan Jiu-Jitsu, 5. Dan Judo, 2 Dan Taekwondo  über einen sehr großen Fundus an Techniken, die auch an diesem Tag wieder nur aus ihm herausprudelten. Das Kernthema waren Kombinationen mit den JuJutsu Prinzipien unter Berücksichtigung der Gegen- und Weiterführungstechniken. Um hier alle gezeigten Techniken und die damit verbundenen Details aufzuführen, würde aber das Papier nicht langen. Wir führen daher nur die Angriffe auf, anhand deren Achim vielfältige und adäquate Weiterführungs- und Gegentechniken zeigte.
•    Verteidigung gegen folgende Angriffe:
•    Umklammerung unter den Armen mit Ausheben
•    Rückhandschlag zum Kopf
•    Doppelhandsichel
•    Freies Würgen mit dem Unterarm
All diese Angriffe wurden mit Hebeln, Würfen und Atemis gekontert. Zusätzlich wurde auch eine sehr schöne Variante des Scherenwurfs gezeigt. Achim sprudelte nur vor Techniken, somit wurde auch erfahrenen JuJutsuka neue Ideen und Anregungen aufgewiesen. Aber auch Anfänger bekamen einen guten Einblick wie umfangreich JuJutsu sein kann. Achim stand jederzeit für alle Teilnehmer für evtl. Fragen zur Verfügung. Seine Leidenschaft für JuJutsu übertrug sich gleich auf die Teilnehmer und die 4,5 Stunden vergingen wie im Flug. Achim referierte sogar ca. 30 Minuten länger und alle Teilnehmer gingen mit viel Technikinput nach Hause. Wer an diesem Tag die gezeigten Techniken mit dem Handy filmte, war sicher gut beraten und kann so diesen tollen Nachmittag nochmal Revue passieren lassen.
Achim informiert die Teilnehmer auch, dass es wahrscheinlich eine Erweiterung des Prüfungsprogramms geben soll, in der für viele klassisch im Parallelstand ausgeführten Würfe auch die Schrittstellung und Variationen der Griffart zulässig werden sollen.


Auch zu diesem HJJV Lehrgang kann man mal wieder sagen “Wer nicht dabei war, hat was verpasst“. Wir hoffen, dass uns Achim bald wieder mit seinem Technikrepertoire bereichern wird.

Achim war noch so nett uns ein paar Fragen rund um JuJutsu zu beantworten.


Wie bist du zum JuJutsu gekommen, was war deine Motivation?
Ohje, das ist so lange her. Begonnen habe ich 1971 mit Judo und als ein Kurs im JuJutsu angeboten wurde, habe ich da einfach mitgemacht und seit dem brennt das Feuer.
Seit wann betreibst du JuJutsu und wer war dein erster Lehrer?
Ju-Jutsu betreibe ich seit 1974. Begonnen habe ich in Freudenstadt bei Dieter Schneckenburger und später kam ich dann nach Walldorf zu Heinz Lamade.
Wo siehst du die Vorteile beim JuJutsu?
Die Vorteile sind klar in der Flexibilität und den vielen Möglichkeiten die uns JuJutsu bietet.
Gibt es bei dir so etwas wie eine Lieblingstechnik?
Nein, ich mache immer das gerne, was mir gerade einfällt oder was mein Thema auf Lehrgängen von mir verlangt. Es ist aber unbestritten, dass ich gerne Würfe mache und auch den Armbeugehebel recht gut kenne und mich auch sehr gerne am Boden aufhalte.
Wie siehst du die Entwicklung des JuJutsu und die Relevanz in der heutigen Zeit?
Ich denke wir sind auf einem guten Weg. Unser Sport hat Zukunft und auch Potential.
Wir sollten nur täglich etwas mehr über unseren Sport reden und viel mehr Werbung machen, auch Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen, Nachbarn dazu einladen.
Was war dein Ansatz für diesen Technikerlehrgang Spezial in Maintal?
Die Einladung kam über Thomas Meyer und als wir uns über das Thema unterhalten haben, kamen wir zu der Meinung, dass die Themen der letzten TAT mit den Wurf- & Griffvarianten sicher gerne angenommen werden. Ebenso einige propriozeptive Übungen um die Kleinmuskulatur des Körpers zu trainieren. Wichtig war uns auch im Bereich der Technikschulung auf die Reaktionen des Angreifers eingehen zu können. Aktion, Reaktion, Aktion.
Du bist ja sehr hoch ausgezeichnet (8. Dan JuJutsu, 7. Dan Czech Svaz- Jiu-Jitsu, 5. Dan Judo, 2. Dan Taekwondo, Trainer-A-Lizenz), was bedeutet das für dich?
Es macht mich stolz in vielen Sportarten eine Ausbildung gemacht zu haben, so kann ich sagen, dass ich mein Ju-Jutsu sinnvoll mit Wissen auch aus anderen Systemen erworben habe.
Du wirkst sehr fit auf der Matte, machst du auch noch andere Sportarten außerhalb der Kampfkunst?
Ja, Orthopädie und Osteopathie (lacht)
Ich versuche mit meinen Kindern zusammen viele Aktivitäten zu machen um auch hier ein fitter Papa zu sein.
Was kannst du unseren „älteren“ JuJutsukas mit auf den Weg geben um möglichst lange den Sport betreiben zu können?
Ohje, das ist schwierig zu sagen. Treibe täglich Sport mit Spaß und Verstand. Kein falscher Ehrgeiz und eigene Grenzen zeigen uns was möglich ist. Grenzen kann man aber selbst verschieben. Steigerungen, auch im Kleinen, anerkennen und mit Freude daran arbeiten noch besser zu werden.
Was kannst du unsern jungen JuJutsukas aus deiner langjährigen Erfahrung mit auf den Weg geben?
„Übe eine Technik 1000 Mal und versuche dann sie zu verstehen“ .
Du hast ja einen unglaublich großen Fundus an Techniken, woher hast du die Inspirationen und sind heutige Videoquellen wie youtube usw. ein Thema für dich zum Erlernen neuer Techniken?
Mein Anspruch ist meine Inspiration. Ich lebe Ju-Jutsu und es ist einfach dann nach diesem Motto zu trainieren. Im Laufe der letzten Jahre hatte ich sehr oft die Möglichkeit bei tollen Trainern aus den Systemen zu trainieren und deren Wissen mit meinem Wissen abzugleichen und so ergeben sich automatisch neue Wege und manchmal auch neue Techniken. Ja youtube ist auch ein Medium welches ich nutze, aber nur vom Zuschauen funktioniert es nicht, man muss trainieren gehen.
Hast du ein Lebensmotto, oder Leitspruch?
Mein Motto: DURCHHALTEN-  „ Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder keine Frage“
Wie sieht ein WE ohne JuJutsu bei dir aus, hast du ein Leben außerhalb der Matte?
Ich bin sehr glücklich mit meiner Familie und in meiner Freizeit viele Aktivitäten unternehmen zu können.
Die letzten Worte gehören dir …
Danke an die Teilnehmer vom Lehrgang in Maintal und die vielen lachenden, verschwitzten Gesichter.

Nachfolgend noch ein paar Impressionen



Bericht, Fotos und Interview: HJJV Medienteam

Trainer-C Leistungssport Ausbildung 2016 


(Absolventen/innen Trainer-C Leistungssport Ausbildung 2016)

Im September 2016 wurde durch den Hessischen Ju-Jutsu-Verband wieder eine Trainer-C-Leistungssport-Ausbildung angeboten. Die Leistungssport-Ausbildung baut direkt auf den Trainer-C-Breitensport auf und vermittelt die Planung, Organisation, Durchführung und Steuerung des wettkampforientierten Ju-Jutsu-Grundlagentrainings.
Das erste Ausbildungswochenende am 3. und 4. September beim TuS Dotzheim startete mit einer Theorie- und Praxiseinheit zur Regelkunde, die vom Präsidenten des HJJV und World-A-Kampfrichter Thomas Meyer durchgeführt wurde. Die zunächst theoretisch erarbeiteten Regelkenntnisse wurden anschließend auch gleich auf der Matte angewandt. Im Anschluss daran erhielten alle Teilnehmer/innen ein Grundlagentraining im Ju-Jutsu-Fighting zusammen mit dem hessischen Landeskader. Abgeschlossen wurde das erste Ausbildungswochenende mit einer Theorieeinheit zur Trainingslehre und Trainingsgestaltung durch unseren Landestrainer und Bundeskaderathleten Christopher Müller.


(Gemeinsames Training mit dem hessischen Landeskader)

Das zweite Ausbildungswochenende am 17. und 18. September beim JC Limburg wurde von unserem ehemaligen Landestrainer Achim Berger durchgeführt. Zunächst wurden von allen Teilnehmern/innen Lehrproben abgehalten und besprochen. Darauf aufbauend vermittelte Achim Berger ein Grundlagentraining für das wettkampfspezifische Techniktraining und stellte Strategien und Taktiken für einen erfolgreichen Wettkampf vor.
Am Ende der Ausbildung konnte Achim allen zwölf Teilnehmer/innen zur bestandenen Trainer-C-Leistungssportausbildung gratulieren.
Ein großer Dank geht an die Referenten Thomas Meyer, Christopher Müller und Achim Berger für die abwechslungsreiche, interessante, aber auch schweißtreibende Ausbildung und natürlich an die ausrichtenden Vereine TuS Dotzheim und JC Limburg.

Bericht und Foto: Leonhard Hies

Der HJJV trauert um sein Ehrenmitglied Franz Josef Gresch

In tiefer Trauer und großer Anteilnahme nehmen wir Abschied von Franz Josef Gresch. Am Sonntag den 18.12.2016 ist Franz Josef Gresch von uns gegangen.

Er war Wegbereiter und Begründer des modernen Ju-Jutsu, Ehrenpräsident des DJJV und Ehrenmitglied im HJJV, alleiniger Träger des 10. Dan und begann bereits 1946, nach dem Krieg, seine Kampfsportkarriere im Judo.

Im Jahr 1969 bestritt er mit Erich Reinhardt die erste Dan Prüfung überhaupt und schrieb so einen Teil Geschichte. Sein Leben widmete er maßgeblich der Selbstverteidigung und dem Sport. Franz Josef Gresch war wie kein anderer für die Entstehung des heutigen Ju-Jutsu verantwortlich.

Doch über seine sportliche Karriere hinaus, war er ein Freund, ein charismatischer Wegbegleiter und einer der freundlichsten und nettesten Menschen, die man auf und außerhalb der Matte antreffen konnte.

Wir sind dankbar für dieses Engagement und ein Lebenswerk, das seinesgleichen sucht.



Wir werden Franz Josef nicht vergessen und Sein Vermächtnis in Ehren halten.

In Erinnerung verweisen wir auf ein geführtes Interview mit ihm, aus dem letzten Jahr. Hier könnt ihr es nochmal lesen

Auf der anderen Seite des Dojos ist die Matte definitiv grüner!

Jeder hat es schon erlebt: ein gutes Training. Am Ende steht, sitzt oder liegt man auf der Matte. Zufrieden, ausgepowert und auf dem Weg zum eigenen Ziel – sei es die nächste Prüfung oder der anstehende Wettkampf, der Wunsch fit zu werden oder realistischer in der SV zu agieren – einen Schritt weiter. Grund dafür ist eben das gute Training, das wiederum von einem guten Trainer erdacht und durchgeführt wurde. Aber was denkt sich so ein Trainer? Wie gestaltet er oder sie das Training so, dass man alle Teilnehmer begeistert und mitnimmt, ohne dass einer wortwörtlich auf der Strecke bleibt? Wie fühlt es sich also an, ein Trainer zu sein? Ist das Gras auf der anderen Seite des Tals oder in diesem Fall eben der Matte wirklich grüner?
Das konnten 26 Teilnehmer in der Sportjugend Hessen in Wetzlar direkt erleben: Vom 5. Januar bis zum 8. Januar fand ein Lehrgang und die Ausbildung zum Sportassistenten statt, also der erste Schritt auf dem Weg ein Trainer zu werden. Der HJJV greift dabei auf ein seit Jahren etabliertes und in der Praxis geprüftes erfolgreiches Modell zurück.
Das Programm ist breit, umfangreich und spannend. Es reicht von der Kontrolle des Eigenschutzes bei der Fallschule bis hin zur Vermittlung von Übungen, die das Raufen nach Regeln abwechslungsreich machen. Rechtliche Fragen, wie beispielsweise die nach der Aufsichtspflicht von unter 18-Jährigen, wurden geklärt. Und am Ende wird die Umsetzung der vermittelten Inhalte in einer Lehrprobe überprüft. 
Hierbei werden die meisten Elemente aus beiden Perspektiven, also in Theorie und in Praxis, erläutert. In der Theorie lernt man die Unterscheidung zwischen funktionalem oder seriellem Aufbau einer Übung. In der Praxis angewendet versteht man dann, wie selbst der für die Blaugurt-Prüfungen so beliebte Schenkelwurf in einzelnen Schritten -  also kleinen, leicht verdaulichen Happen -  gut verstanden und vermittelt werden kann.
Darüber hinaus bekommen die angehenden Trainer auch einen Einblick, was es bedeutet,  wie ein Trainer zu denken. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man eine Vorbildfunktion hat, Verantwortungsbewusstsein mitbringen muss und auch noch Kreativität notwendig ist, um erfolgreich zu sein.
Der Lehrgang wurde noch durch einen weiteren Punkt bereichert: Jeder bringt eigene Erfahrungen und Trainingsübungen aus seinen Vereinen mit. Die 26 Teilnehmer mit über 30 Jahren Altersunterschied vereinte ein Ziel: Sportassistent zu werden. Dass die Teilnehmer darüber hinaus auch noch Spaß hatten, liegt zum einen an dem Konzept. Die Theorie ist mit vielen Fallbeispielen angereichert und abwechslungsreich gestaltet. Dazwischen lockern immer wieder Praxiseinheiten den Tag auf und geben auch die Möglichkeit, intensiv an den eigenen Grundlagen zu arbeiten. Aber es ist zum anderen auch den Trainern und Trainerinnen der Sportassistenten zu verdanken, die den Lehrgang bereits zum fünften Mal in Folge hielten: Nadine Muchel, Anna Schink und Tobias Muchel.
Einen herzlichen Dank allen Trainer, die  dieses großartige Ju-Jutsu vermitteln, dabei stets weiterentwickeln und somit auch ein nicht geringes Maß an Verantwortung übernehmen. Ein großes Hoch und herzliches Willkommen an alle neuen Sportassistenten, die sich auf den Weg machen, um sie dabei zu unterstützen.

Nachfolgend findet ihr ein paar Impressionen:

Bericht und Bilder: Stefan Hauck, PSV Grün-Weiß Wiesbaden

Landestechniklehrgang für Kinder und Jugendliche in Frankfurt

Am Samstag, den 19.11.16, sind 40 Kinder und Jugendliche mit Trainern und Eltern in die Sporthalle im Frankfurter Polizeipräsidium gekommen. Der HJJV und PSV Frankfurt veranstalteten einen Landestechnikerlehrgang mit Lars Manzke, Lorenz Fuchs und Lenni Hies für Kinder und Jugendliche mit dem Schwerpunkt auf Würfe und deren Konter.  Nach dem spielerischen Aufwärmen wurden die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt. Zum schwierigen Thema "Erfolgreich werfen und Wurftechniken gelungen kontern" wurden neue Ideen alters- und leistungsgemäß vermittelt. In der letzten Viertelstunde wurde die Gruppen wieder zusammengeführt und der gemeinsame Ausklang mit Spaß und Spiel war ein gelungener Abschluss. Ein tolles Event für die ganze Familie

Bericht und Fotos: Chris van Blericq

Prüferlizenzverlängerung und Interview mit Andy Helzel

Am 19. November fanden wieder Weiterbildungen zum Thema Prüfung und deren Prüferlizenzverlängerungen statt. Moderiert wurde das Ganze von Andreas Helzel und Thomas Meyer.
Die Weiterbildungen sichern eine gleichbleibend hohe Qualität bei Prüfungen in Hessen. Inhalte waren Änderungen im Prüfungssystem, Prüfungsvorbereitungslehrgänge und die Anforderungen an eine gute Prüfung.

 
(Gruppenbild der hessischen Landesprüfer)

Wir hatten die Gelegenheit mit dem Ressortleiter Prüfungswesen Andreas (Andy) Helzel ein kurzes Interview zu führen.

Hallo Andy, bitte stelle dich kurz vor:
Mein Name ist Andreas (Andy) Helzel, ich bin 54 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder.  Ju- Jutsu betreibe ich  seit 1984 und habe den  5.Dan. Mein Verein ist der TSV Rodenbach und seit 2002 bin ich im HJJV als Ressortleiter Prüfung tätig.
 
Wie sichert der HJJV die Qualität der Prüfungen?
Durch regelmäßige Schulungen der Vereinsprüfer und der Landesprüfer. Die separaten Schulungen und Weiterbildungen von Landesprüfern wurden auch von mir eingeführt. Hier gehen wir ganz gezielt auf die Probleme ein, welche uns bei Landesprüfungen auffallen. Insbesondere leben wir auch von dem Austausch der Landesprüfer untereinander.
 
Wie haben sich die Prüfungsvorbereitungslehrgänge verändert?
Seit ca. 3 Jahren haben wir eine sehr enge Zusammenarbeit unter den Ressorts Schulung/Technik, Ausbildung und Prüfung.  Wir legen auch großen Wert darauf, dass bei den Lehrgängen nicht nur Techniken gezeigt werden, sondern auch Trainingsmethoden zum Erlernen und Festigen der umfangreichen Aufgaben in unseren Prüfungsprogramm.
Die Teilnehmer beurteilen sich  auch untereinander und bekommen von uns ein Feedback wie das Gezeigte von den Prüfern bewertet wird. Somit erzielen wir dann ein besseres Verständnis zwischen Prüflingen und Prüfer.
 
Wie siehst du den Stellenwert von Prüfungen innerhalb des JJ-Weg?
Der Stellenwert ist aus meiner Sicht sehr hoch, da hier nicht nur eine Techniküberprüfung stattfindet, sondern auch der Selbstverteidigungswille und die körperliche Fitness gefordert werden.
Ich bringe immer gerne das Beispiel, dass eine Dan Prüfung (Meisterprüfung) mit den Anforderungen einer Deutschen Meisterschaft im JJ Wettkampf gleichzustellen ist.
 
Wie kann man sich optimal auf Prüfungen vorbereiten?
Wenn ich mein Techniktraining immer unter dem Aspekt des SV-Gedanken gestalte, mich im eigenen Training regelmäßig auch mal unter Druck/Stress setze und in den Zweikampf gehe oder mich an meine Belastungsgrenze herantaste, dann ist die Prüfungsvorbereitung erfüllt und eine gute Prüfung das „Abfallprodukt“ des Trainings.
 
Warum sollte man sich auf Prüfungen ernsthaft vorbereiten?
Weil hier die Prinzipien der Prüfungsfächer sehr genau überprüft werden. Auch die körperliche Fitness und der Verteidigungswille fließen mit in die Gesamtbewertung ein. Die Prüfer können nur das bewerten, was sie am Tag der Prüfung zu sehen bekommen. Die Prüfung ist also für die Prüfer eine Momentaufnahme.
 
Gibt es aktuell Änderungen im Prüfungsprogramm?
Ja, es muss jetzt bei den Weiterführungstechniken immer ein vom Prüfling frei ausgesuchter Angriff voraus gehen. Des Weiteren haben sich die Voraussetzungen der Lizenzstufen für die Dan Prüfungen geändert. Dies könnt ihr auf der Homepage des HJJV unter Prüfung > Prüfungsrichtlinien nachlesen.
 
Können Techniken an Pratzen gezeigt werden?
Die Prüfer werden je eine Atemi Technik ihrer freien Wahl aus dem Prüfungsprogramm (auch den vorherigen Graduierungen) an Pratze oder Schlagpolster abprüfen.
 
Worauf achten Prüfer bei Prüflingen?
Sicheres Auftreten, erkennbarer Verteidigungswille, dynamisch und korrekt ausgeführte Techniken, sowie auf die einzelnen Prinzipien und auf den sportlichen Umgang mit dem Partner/in auf der Matte.
 
Kannst du bitte nochmal ein paar Worte zum Partnerverhalten sagen?
Es ist wichtig, das sich jeder als Partner zur Verfügung stellt und sauber und dynamisch angreift, sonst hat der Prüfling keine Chance sein Können den Prüfern vorzuführen.
Leider müssen wir immer wieder Prüflinge wegen ihres Partnerverhaltens  ermahnen und leider auch im Prüfungsbogen negativ bewerten.
 
Das letzte Wort gehört dir:
Ich finde es schade, dass es immer noch Vereine gibt, die ihre Schüler/innen ganz alleine zu einer Landesprüfung schicken. Hier ist es doch wichtig, die Leute zu betreuen und auch moralisch zu unterstützen. Nach der Prüfung gibt es immer ein Feedback von den Prüfern an die Prüflinge und da wäre es schön, wenn die Trainer auch anwesend sind.
Ein großer Dank geht hier noch an alle Landesprüfer die unsere Arbeit regelmäßig unterstützen und die sich leider auch immer wieder den Unmut von manchen Prüflingen und Trainern (insofern sie da sind) anhören müssen, weil sie die Prüfung nicht bestanden haben. Aber nur zusammen mit unseren Landesprüfern und den Vereinstrainern können wir die Qualität in unserem tollen Ju-Jutsu aufrechterhalten und weiter voran bringen.

Vielen Dank Andy für das Interview und deiner jahrelangen unermüdlichen Arbeit als Ressortleiter Prüfungswesen in Hessen

Bericht, Interview und Foto: HJJV Medienteam

 

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