HJJV News

LTL für  Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen

Der Landestechniklehrgang am 01.10.2016 für „Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen“ war ein Lehrgang der besonderen Art.
Folgende Inhalte waren Hauptbestandteil des Lehrgangs:

  • Gewaltprävention für Menschen mit Beeinträchtigungen
  • Stärken  des Selbstbewusstseins
  • Selbstverteidigungstechniken abgestimmt auf die jeweilige Beeinträchtigung

Zu Beginn des Lehrgangs wurden kurz die verschiedenen Arten der Beeinträchtigungen erläutert und verdeutlicht, dass es für einen Menschen mit Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen ist, eine auf ihn abgestimmte Art der Selbstverteidigung zu erlernen.
In dem aktiven Teil  wurde als erstes gezeigt, wie ein Mensch mit Gehbehinderung sich mit seinen Krücken anhand von Stoß-,  Block- und Würgetechniken gegen einen  Angreifer zur Wehr setzen kann. 
Anschließend wurde sich mit der Beeinträchtigung der Sehbehinderung beschäftigt. Der Sehbehinderte muss als Erstes den Kontakt zum Angreifer finden, oft durch seinen scharfen Gehörsinn.  Dies bedeutet, dass er schnell reagieren können muss. Er darf den Körperkontakt zum Angreifer möglichst nicht verlieren. Er trainiert nach dem Motto „Hand findet Hand“ und kann so relativ viele Ju-Jutsu-Techniken anwenden.
Zum Ende der Einheit wurde sich mit den Rollstuhlfahrern beschäftigt, eine Herausforderung, aber bestimmte Techniken wie Block- und Stoßtechniken, Hebeltechniken, Würgetechniken sowie Nervendrucktechniken sind möglich.
Wichtig bei der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen ist es, den Mensch mit der Beeinträchtigung individuell  abzuholen, d. h. zu schauen, was  er leisten kann und was nicht. So kann man das Vorhandene gut trainieren und ihn für Gefahrensituationen sensibilisieren.
Am schwierigsten gestaltet sich jedoch, den Mensch mit der Beeinträchtigung für den Vereinssport zu motivieren. Es besteht meist eine große Scheu seitens der Menschen mit Behinderungen, mit gesunden Menschen zusammen zu arbeiten, aber auch die Umkehr ist nicht zu unterschätzen.
Es stellt sich die Frage, wie man den Ju Jutsuka (Trainingspartnern) die Scheu vor dem Integrationssport nehmen kann? Die Antwort: Indem man Lehrgänge dieser Art besucht, um so Berührungsängste zu nehmen und zu zeigen, dass es durch Toleranz, Akzeptanz und Respekt zwischen den verschiedenen Trainingspartnern  durchaus möglich ist, ein für beide Seiten lehrreiches und interessantes Training zu gestalten. Auch Menschen ohne körperliche Beeinträchtigung können von den Menschen, die das Leben vor eine besondere Herausforderung gestellt hat, viel lernen. 
Ein insgesamt sehr lehrreicher und gelungener Lehrgang von Danny Steenackers

Bericht und Fotos: HJJV Medienteam

 

6. Dan für Dr. Simone Schmitt-Jacobs

Auf dem Hessenseminar wurde einer sichtlich überraschten und bewegten Simone Schmitt-Jacobs der berechtigte 6. Dan  vom HJJV Präsidenten Thomas H. Meyer verliehen. Thomas zählte in seiner Rede die einzelnen Stationen und Tätigkeiten von Simone auf, die wir hier nachfolgend auch nochmals erwähnen möchten. Simone bedankte sich in einer emotionalen Rede bei allen Trainingspartnern, die ihr über die Jahre zu einem erfolgreichen JuJutsu verholfen haben. Sie ist eine Ausnahmeathletin, großes Vorbild für viele JuJutsuka und  die erste hessische Großmeisterin.



Hier ein kleiner Auszug aus ihrer Laufbahn:

Simone fand den Einstieg in die Selbstverteidigung 1992 als sportlichen Ausgleich zur Paukerei im Studium. Gleichzeitig wollte sie auch lernen, sich notfalls im düsteren Frankfurter Milieu zu verteidigen. Anfang 1995 nahm sie an ersten Wettkämpfen teil und sammelte dabei wertvolle Erfahrungen, die, zusammen mit einem forcierten Training, 1997 mit dem Erreichen des ersten Meistergrades belohnt wurden. In diesem Jahr war sie bereits mehrfache deutsche Meisterin, und es folgte die Berufung in die deutsche Nationalmannschaft, verbunden mit ersten Auftritten auf internationalen Parkett.  Bereits im darauf folgenden Jahr wurde sie Siegerin bei den JU-JUTSU-Combat Weltmeisterschaften in Schweden. Auch nach dem Einstieg ins Berufsleben als Ärztin und als Ehefrau und Mutter von zwei Kindern unterstützt sie den Ju-Jutsu Sport weiterhin sehr engagiert:

  • Trainerin im PSV (Technik und Wettkampf, Kinder/Jugend und Erwachsene)
  • Technikreferentin bei nationalen und internationalen Seminaren
  • Referentin mit Schwerpunkt im Bereich Gesundheit im Sport und Verletzungsprophylaxe
  • Mitglied des medizinischen Teams für den deutschen Nationalkader bis 2016, zahlreiche Einsätze als Wettkampfärztin bei landes- und bundesweiten sowie internationalen Wettkämpfen
  • Autorin von Fachartikeln in Fachorgan des DJJV (Ju-Jutsu Journal)
  • Als Vorbild „nicht nur für Frauen“ und als Trainerin legte sie bei vielen SportlerInnen den Grundstein für eine sportliche Karriere bis hin in den deutschen Nationalkader. Ju-Jutsu war und ist "ihr" Sport.  
  • Prüfung zum 3. Dan Ju-Jutsu nach dem neuen Prüfungsprogramm Ju-Jutsu 2000 vor über 600 Zuschauern und laufenden Kameras; das Video „Muster-Dan-Prüfung“ diente vielen JuJutsuka bundesweit als Einstiegshilfe in das neue Programm.
  • Prüfung zum 4. Dan Ju-Jutsu mit Show-Kata „Ex animo“ („aus ganzem Herzen“)“, die sehr werbewirksam im Hessischen Fernsehen übertragen wurde
  • Prüferin auf Landesprüfungen

Karrrierebilanz

  • 1997 bereits mehrfache deutsche Meisterin, Berufung in die deutsche Nationalmannschaft, erste internationale Erfahrungen
  • 1998 Siegerin bei den JU JUTSU-Combat Weltmeisterschaften in Schweden
  • 1999 3. Platz bei den Europameisterschaften in England, bereits mehrfache (internationale) deutsche Meisterin,
  • 2000 Deutsche Meisterin und Vize-Weltmeisterin im Ju-Jutsu Fighting

Herzlichen Glückwunsch Simone

Hessenseminar 2016


Was für ein Wochenende! Bei sommerlichen Temperaturen fand wieder das jährliche Hessenseminar vom 09. bis 11.September statt. 3 wunderschöne Tage der Superlative mit nonstop Trainingsangeboten, die verschiedene Aspekte unseres JuJutsu beleuchteten. Es wurde aber nicht nur hart und effektiv trainiert, auch außerhalb der Matte sah man nur fröhliche Teilnehmer. Das ganze Wochenende lässt sich mit 4 Worten beschreiben: Training, Spaß, Harmonie und Miteinander.
Aber beginnen wir der Reihe nach.

Der Freitag begann mit der Trainingseinheit von Martin Silbersack (4. Dan JuJutsu, Vizepräsident Breitensport und Polizeiausbilder). Das gewählte Thema war „Warm up“ und dies hat Martin direkt und schweißtreibend umgesetzt. Die Einheit war aber nicht nur geprägt von Aufwärmen, sondern Martin verstand es Kampfspiele zum Technikerwerb mit Fitness zu verbinden. Begleitet wurde das Ganze von Musik zur Motivation und die Lieder waren z.T. auch auf die Übungen abgestimmt. Jeder Teilnehmer ging schwitzend und glücklich von der Matte. Ein hervorragender Start ins Wochenende, der bei verschiedenen Kaltgetränken und Gesprächen spät in der Nacht beendet wurde.





Samstag früh ging es dann um 9 Uhr mit 3 unterschiedlichen Referenten und Themen den Vormittag über weiter.

Stefan Lechthaler (4. Dan JuJutsu) „Realistische SV Lösungen zur Befreiung aus verschiedenen Haltetechniken“
Stefan zeigte hier wie man sich aus der unterlegenen Reitposition unter Stress befreit. Mit den Teilnehmern erarbeitete er wieder einen ganzen Handlungskomplex, der im Stand mit einer Atemikombination startete und in einen „Takedown‘“ überging. Danach sicherte sich der Angreifer die Reitposition und attackierte den Unterlegenen mit Schlägen zum Kopf, die es dann galt zu blocken und sich aus der unterlegenen Reitposition zu befreien. Als Erfolgskontrolle haben anschließend 3 Paare den „Flow“ unter den Augen aller TN vorgeführt und wurden mit  ein paar kleinen Tipps und großem Applaus von der gesamten Gruppe belohnt.



Günther Beier (6. Dan JuJutsu) „Realitätsbezogene Verhaltensweisen im Prüfungsprogramm“ und „Stressresistenz Training“
Günther zeigte hier sein Spezialgebiet und zeigte den TN Trainingsmethoden und Ideen, wie man sich realitätsbezogen im Prüfungsprogramm verhält. Im anschließenden Stresstraining konnten die TN ihre Kenntnisse auf den Prüfstand stellen und auch neue Erfahrungen sammeln, wie es ist unter maximalen Stress Angriffe zu parieren und sich zu behaupten. Hier wurden die TN an ihre Grenzen geführt, konnten die Matte aber gesund und fröhlich und reich an neuen Erfahrungen und Impulsen verlassen.



Gianfranco Lanucara (JKD Instructor (Ron Balicki), Kali, Silat, Muay Thai) „Panantukan“
Gianfranco hatte die längste Anreise und zeigte Panantukan eine Art philippinisches Boxen. Auch hier wurde ein gesamter Flowdrill mit Schlägen, Ellenbogen gezeigt. Gianfranco ging direkt auf die einzelnen Fragen ein und konnte wertvolle Tipps rund um die gezeigten Techniken geben.

Von 12 – 14 Uhr gab es eine kleine Pause zur Stärkung für die kommenden Einheiten. Dann ging es um 14 Uhr mit der offiziellen Begrüßung und  Ehrungen weiter. HJJV-Präsident Thomas H. Meyer hieß nicht nur über 200 Teilnehmer willkommen, sondern sprach auch seinen besonderen Dank an Yakup Mutlu für dessen Anwesenheit aus, da sich Yakup trotz seines Schicksals, seit einiger Zeit im Rollstuhl sitzen zu müssen, keine Gelegenheit entgehen lässt, dennoch an den Maßnahmen des HJJV teilzunehmen. Danach erhielten alle anwesenden  Absolventen der Trainer C Ausbildung ihre Urkunden. Hierauf folgte eine große Überraschung für Dr. Simone Schmitt-Jacobs, sie wusste nichts von Ihrer bevorstehenden Graduierung zur ersten Großmeisterin in Hessen und der erst dritten in Deutschland und war sichtlich überrascht und überwältigt, als ihr derHJJV-Präsident  nach einer überzeugenden Laudatio Urkunde und Gürtel zum 6. Dan überreichte (hierzu wird es noch in Kürze einen besonderen Bericht, mit ihren Leistungen geben). Weiterhin wurde auch  der Jugendförderpreis an  den TuS Dotzheim  und an den Budokan Wetzlar verliehen, der Preis ist mit je 500 Euro dotiert. Für nächstes Jahr sind hier Bewerbungen aus den Vereinen herzlich willkommen.









Danach ging es gleich wieder auf die Matte, denn es standen ja noch weitere Einheiten auf dem Programm:
Die neue Großmeisterin Dr. Simone Schmitt-Jacobs (6. Dan JuJutsu) „Richtig trainieren – Verletzungen vermeiden“ referierte aus ihrer Erfahrung als Ärztin, Trainerin und Wettkämpferin. Sie begann mit einem Theorieteil, in dem  anatomische Besonderheiten und Gefahren im Trainingsalltag angesprochen wurden. Anschließend ging es aber gleich praktisch weiter und es wurde das Gelernte verletzungsfrei trainiert.



Parallel zeigte Gianfranco Techniken aus dem Silat und in der zweiten Hälfte einige Techniken in der Bodenlage für den Bereich MMA. Auch hier konnten die TN mal über den Tellerrand schauen und sich neue Anregungen und Techniken holen und erlernen.



Auch für Polizeibeamte fanden zwei Einheiten statt, die von Maxim Streit-Faktor geleitet wurden. Hier war das Thema Polizei-Spezial Waffenschutz und Deckungsarbeit. Leider waren diese Einheiten geheim und kein Bericht möglich.

Wer nach den ganzen Einheiten noch nicht genug hatte konnte sich abends noch bei Martin Silbersack im „Burnout“ ausbrennen. Der Name war Programm und bei einem Liegestütz-Durchhaltespiel konnte eine Frau alle Männer in ihre Schranken weisen.

Hier gab es keinen TN, der danach nicht hungrig zur anschließenden Grillfeier kam. Die Grillparty ging bis in die späte sommerliche Nacht als Zeichen für die gute Stimmung unter den TN. Es wurden viele neue Freundschaften geschlossen und die neuen TN herzlich in die JuJutsu Mitte aufgenommen. Die Nacht war kurz und am Sonntag ging es wieder früh um 9 Uhr weiter mit folgenden Referenten und Themen:

Stefan Lechthaler „Stick Grappling“
Stefan zeigte den Einsatz vom Stock im Stand und Boden, als Hilfsmittel zum Festlegen und Hebeln. Die TN lernten, wie schmerzhaft und zwingend der Stock als Hilfsmittel sein kann und lernten hier neue Aspekte des Stockkampfes.



Bernd Thomsen (8. Dan JuJutsu) „Drills & Flows für die SV und Individuelle SV Konzepte“
Bernd zeigte sein Spezialgebiet, Techniken aus dem 3er Kontakt und wie man auf Störungen antworten kann. Gezeigt wurden verschiedenste Weiterführungen und Gegentechniken als Drills und Flows in komplexen Handlungssituationen.



Günter Beier machte mit seinem erprobten Stresstraining weiter und führte wieder wie in den vorherigen Einheiten die TN an ihr Limit. Die Pulsfrequenz ging in ungeahnte Höhen und die TN haben verstanden, dass der Stress in Kämpfen eine große Rolle spielt und auch einiges an Techniken auf der Strecke bleibt oder nicht umsetzbar ist. Hier war Durchhalten und Überleben das Motto.



Stefan Brüning (3. Dan JuJutsu)  „Hindernisse oder Einladungen“
Stefan ist der neue Ressortleiter Schulung und Technik und gab erstmalig seinen Einstand als Referent auf dem Hessenseminar.

Wir nutzten die Gelegenheit und führten ein kurzes Interview mit ihm, warum er welche Referenten einlud und was er sich bei der Auswahl seines Themas zum Hessenseminar dachte:

HJJV: Wie wolltest du das Hessenseminar dieses Jahr konzipieren?
Einen Großteil der Auswahl für das HeSem 2016 war dankenswerterweise schon vor meinem Amtsantritt von Martin Silbersack und dem HJJV Vorstand vorgenommen worden.
Mir persönlich war es wichtig, dass sich die breite Vielschichtigkeit des JuJutsu auch in den Angeboten des Hessenseminars wiederspiegelt. Von SV Aspekten über Gesundheitsprävention, Prüfungsprogramm und Technikerwerb.
Aber auch der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus auf andere Kampfkünste und Konzepte.
HJJV: Wie hast du dein Thema gestaltet bzw. interpretiert?
Auf dem diesjährigen Hessenseminar hatte ich mein Debüt als Referent für den HJJV. In der Vorbereitung meiner Einheit ging es mir darum, ein breites Angebot  von Techniken beziehungsweise Kombinationen, die  mein Ju-Jutsu ausmachen und gleichzeitig einen Einblick in meine Budopädagogische Coachingarbeit geben, zu präsentieren. Die Einheit war als ein Angebot – frei nach dem Leitspruch von Bruce Lee: „Absorb what is useful“ konzipiert.
Als Ausgangssituation habe ich die sogenannte Referee-Position gewählt (eine Anlehnung an den Bruce Lee Film – der Mann mit der Todeskralle) und mit verschiedenen Kombinationen bzw. durch verschiedene Lösungsmöglichkeiten  unterschiedliche Denkansätze versucht zu vermitteln. So kann man diese Situation als Hindernis bzw. Störung oder auch als Einladung sehen und je nach Ansicht verändert sich der Umgang damit.

Nach einem entspannten Mittagsessen fuhren die TN mit vielen Eindrücken und neuen Freundschaften gegen 14 Uhr nach Hause und das Hessenseminar 2016 ging erfolgreich zu Ende. Wir möchten hier aber noch allen Organisatoren und Helfern und auch Teilnehmern ausdrücklich und vielmals danken, ohne euch wäre dieses fantastische Wochenende nicht möglich gewesen. DANKE.



Ausblick auf HeSem 2017
Nächstes Jahr am zweiten Samstag im September ist es wieder soweit – also schon mal vormerken für einen Tag mit viel Training, Schweiß und Spaß !!!

Abschließend noch einige Zahlen und Impressionen:

Teilnehmer insgesamt: 209!
14 TN vom 1. Sprendlinger Judo Verein e.V.
12 TN vom Ju Jutsu Club  Wetzlar
10 TN von SG Weiterstadt
10 TN PSV Wiesbaden
.. und viele mehr

Hier noch ein paar mehr Impressionen

Bericht und Fotos: HJJV Medienteam

 

Trainingslager Jugend

Zum Trainingslager des Jugend Landeskaders am 3. und 4. September kamen 24 Jugendliche der U12 und U15 in den Odenwald zum Judoclub Erbach um sich auf die anstehende German Open vorzubereiten. 

Samstagmittags begann das Trainingslager mit Koordinations- und Schnelligkeitstraining.  Danach wurde im Part 1 an den Spezialtechniken gearbeitet. „Besonders schön ist zu sehen, wie sich Einzelne im Laufe der Jahre entwickeln“, freut sich Claudia Behnke, Landestrainerin Jugend des Hessischen Ju Jutsu Verbands  über die Verbesserungen der  Athleten.  In der zweiten Einheit am Samstag standen dann Würfe und Boden auf dem Plan. Nach dem Abendessen wurde sich noch einmal ausgetobt, indem gemeinsam „Völkerball“ gespielt wurde.

Der Sonntagmorgen wurde mit lockerem Frühsport eröffnet, bevor es zum Frühstück ging. Die jungen Athleten zeigten, dass sie sich selbständig aufwärmen können und in den folgenden 1,5 Stunden Randoris von hoher Qualität. Auch die beiden Landestrainerinnen Manuela Lukas und Claudia Behnke ließen sich die Chance nicht entgehen und wurden auch regelmäßig von ihren Kids auf die Matte gefordert. Zum Abschluss wurde sich nochmal gelockert und mental entspannt, so dass alle mit einem verdient guten Gefühl nach Hause gingen.

Alles in Allem war der Lehrgang ein voller Erfolg.  Ein herzliches Dankeschön geht an den JC Erbach, insbesondere an Georg und Bernd Kessler, für das zur Verfügung Stellen der Halle und aus Sicht der Landestrainer insbesondere für die Nutzung der Kaffeemaschine ;).  Traditionell sagen wir: Wir kommen gerne nächste Jahr wieder!

 

Bericht und Bilder: HJJV Medienteam

 

Bericht Landesprüfungen Sommer 2016

Hier klicken um den Bericht zu lesen

Christopher Müller im Interview

Nachdem sich Christopher in den letzten Jahren als sehr erfolgreicher Wettkämpfer hervorgetan hat, möchten wir die Gelegenheit nutzen und ihn in einem geführten Interview näher vorstellen und Tipps rund um sein Training erfahren.

Hallo Chris, vielen Dank das du dir Zeit für unsere Fragen nimmst. Bitte stelle dich kurz unseren Lesern vor
Hi, mein Name ist Christopher Müller, ich bin 36 Jahre alt und arbeite als Polizeibeamter. Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder. Ich bin im Bundeskader in der Gewichtsklasse -85kg im Ju-Jutsu Fighting und Co-Landestrainer in Hessen.

Wie bist du zum JJ gekommen was war deine Motivation und wo hast du angefangen zu trainieren?

Meine Wurzeln liegen eigentlich im Judo und Jiu-Jitsu. Als kleiner Junge fing ich beim TV Gladenbach mit Judo an. Anfang der 90iger wurde dort eine Jiu Abteilung aufgemacht, wo ich mit dem Jiu dann auch begann. Zum eigentlichen Ju-Jutsu und zum Fighting kam ich erst durch meine Polizeiausbildung.

Wie oft trainierst du die Woche?

Das ist ganz unterschiedlich, aber ich mache grundsätzlich zwei Sporteinheiten an sechs Tagen in der Woche.  Ich versuche jeden Tag auf der Matte zu stehen. In der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung dann auf jeden Fall zweimal Mattentraining pro Tag.

Was sind deine größten sportlichen Erfolge bisher?

Meine größten Erfolge waren ein dritter Platz bei der Europameisterschaft und der fünfte Platz bei der WM.

Und was war dein persönlicher größter Erfolg, Meilenstein?

Die Geburt meiner beiden Kinder.

Was war dein größter Mißerfolg und wie bist du damit umgegangen?

Misserfolge gehören zum Sport dazu, es ist nur die Frage wie man damit umgeht. Wenn man alles gibt, kann man sich eigentlich nichts vorwerfen.
Die Enttäuschung dauert bei mir nie besonders lange. Ich versuche es dann positiv zu sehen, um daraus zu lernen.
Was bei mir jedoch etwas länger gedauert hat bis es verdaut war, war das Teamfinale in Paris 2014.

Machst du auch noch andere Sportarten?

Vor ca. 2 Jahren habe ich mit dem BJJ angefangen und ich liebe es. Etwas was man super kämpfen kann, auch wenn die Spritzigkeit mit dem Alter etwas abnimmt ;-)
Dann spiele ich in meinem Verein noch bei den „Alten Herren“ Fußball.

Wie sieht deine individuelle Wettkampfvorbereitung aus und wie trainierst du außerhalb der Vorbereitungszeit?

In der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung stehe ich so oft wie es geht auf der Matte. Durch die Sportförderung der hessischen Polizei ist das optimal möglich. Hier versuche ich alle Sparten des Fightingsystems zu abzudecken (Part 1, Judo und BJJ). Da ich keinen starken (von der Menpower) Ju-Jutsu Verein hinter mir habe, bereite ich mich dann speziell  zusammen mit dem Rado Mollenhauer auf die großen Turniere vor.

Ernährst du dich auch bewusst und hast du einen besonderen Ernährungsplan?

Das ist wohl meine größte Schwäche… Leider esse ich viel zu gerne und viel zu viel! In der 94iger Gewichtsklasse war es noch kein Problem, aber da ich jetzt bis 85kg kämpfe muss ich schon etwas genauer hinschauen.

Hast du Trainingstipps für ambitionierte Wettkämpfer, z.B. wie kann ich meine Kondition, Koordination und Kraft steigern?

Eigentliche habe ich nur einen Tipp: Bewahrt euch bei allem was ihr macht den Spaß.  Das ist das wichtigste. Keiner von uns kann vom Ju-Jutsu (Leistungssport) leben und somit gehört es für mich zu einer der schönsten Nebensachen der Welt. Wenn ich beim Training oder bei der Vorbereitung keinen Spaß hätte, wäre ich schon lange nicht mehr dabei.

Ich habe dich ja bereits in Wettkampfumgebungen erlebt und dabei ist mir immer wieder aufgefallen wie ruhig und entspannt du wirkst. Wie schaffst du es mental so fokussiert und ruhig zu bleiben?

Das kommt vielleicht durch die vielen Wettkämpfe die ich hinter mir habe. Oder es liegt am Alter, da wird man ruhiger. Eigentlich ist es so, dass ich mich freue auf der Matte zu stehen und kämpfen zu dürfen. Das überwiegt die Aufregung.

Wie motivierst du dich an schlechten Tagen trotzdem ins Training zu gehen?

Wenn du ein Ziel in Aussicht hast, ist es nicht schwer sich zu motivieren. Wenn ich es mir ständig vor Augen halte, dann fällt es mir leichter.
Sollte es mal gar nicht gehen, dann sind da immer noch die Trainingspartner und Trainer, die dir in den Hintern treten. 

Hast du evtl. sportliche Vorbilder, mit wem würdest du mal gerne trainieren?

Eigentlich nicht. Ich trainiere mit allen Kampfsportbegeisterten gerne, da man immer was lernen oder sich etwas abgucken kann. 

Was kannst du unseren neuen JuJutsukas  mit auf den Weg geben?

Wie schon gesagt, geht mit Spaß an die Sache und der Rest ergibt sich!

Hast du eine Lebensmotto oder Leitspruch?

Nein. Ich bin nicht so der Typ für Weisheiten ;-)

Wie sieht ein Wochenende bei dir ohne JJ aus?

Das verbringe ich dann mit meiner Frau und meinen Kindern.

Was sind deine nächsten Ziele im JJ und außerhalb des JJ, was willst du unbedingt einmal machen?

Zur Zeit bereite ich mich auf die WM im November vor. Hier will ich nochmal alles geben, um die Möglichkeit zur erhalten an den World Games 2017 teilzunehmen. Gespannt bin ich aber auch auf die German Open in der Veltins Arena. Das wird ein super Event. Wenn ich außerhalb der Matte einen Wunsch frei hätte, dann möchte dass alles so bleibt wie es ist. Bin echt froh dass es meiner Familie und mir so gut geht und wir glücklich mit einander sind.

Vielen Dank für das freundliche Interview. Wir wünschen dir für deine sportliche und private Zukunft alles Gute.





Bericht: HJJV Medienteam
Bilderpool: Christopher Müller

 

 

Doppelt Gold für Christopher Müller in Las Vegas

Die diesjährigen US Open im Ju-Jutsu fanden am 07.-09.07. in Las Vegas statt. Hier wurden sie im Rahmenprogramm eines der größten Sportereignisse der USA, der UFC Week 2016, durchgeführt.
Erstmals starte dort der Bundeskader Athlet Christopher Müller in der Gewichtsklasse -85kg. Nach einer längeren Verletzungspause sollte dieses Turnier als Generalprobe für die anstehenden Großereignisse dienen.
Mit einem solchen Erfolg hatte der Athlet jedoch selbst nicht gerechnet. Mit einem Doppelstart im Ju-Jutsu-Fighting, sowie im BJJ, hatte er ein ordentliches Pensum an Kämpfen zu absolvieren. Nach insgesamt 8 Kämpfen gegen Gegnern aus den USA, Kolumbien und Uruquay konnte er sich in beiden Disziplinen über Gold freuen.
Jetzt kann die Vorbereitung auf das wichtigste Turnier des Jahres, der WM in Polen im November starten. Hier sollen nochmal  die letzten Weltranglistenpunkte für die Teilnahme der World Games 2017 gesammelt werden.

Bericht: HJJV Medienteam
Fotos: Christopher Müller

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