HJJV News

Blickwinkellehrgang  „5 Referenten – 5 Blickwinkel“

Der Blickwinkellehrgang ist bereits ein jährlicher Traditionslehrgang, bei dem die Referenten, die im laufenden Jahr 2017 Lehrgänge für den HJJV gegeben haben, nochmals eingeladen werden. Es wurde wieder ein Schwerpunktthema vorgegeben, zu dem dann jeder einzelne der Referenten seinen „Blickwinkel“ vorstellen durfte.  Das diesjährige Thema waren Würfe/Takedowns und auf der Matte standen Franco  de Leonardis, Ernst Golla,  Christopher Müller, Jens Knippschild und Danny Steenackers.  Ausrichter war der PSV Frankfurt, der auch dieses Event wieder hervorragend organisiert hatte. Dem Aufruf zum Lehrgang sind 80 Ju-Jutsukas gefolgt und die Matten waren voll mit neugierigen Teilnehmer/innen.
Nach einer kurzen Begrüßung von Christopher Müller ging es auch schon los. Die erste Einheit und das Aufwärmen übernahm Franco.  Franco ist BJJ Coach (2. Dan) und zeigte Takedowns aus dem Bereich Ringen. Er war selbst jahrelang u.a. als Ringer aktiv und begann  aber zuerst mit koordinativen Aufwärmen, bei dem die TN schnell in hohe Pulsfrequenzen kamen. Franco begann mit einem Double leg takedown, bei dem beide Beine angegriffen werden.  Anschließend kam noch eine Variante mit einer Art kleinen Innensichel dazu. In die Takedowns baute Franco dann noch Würgen ein und zeigte verschiedene Weiterführungen aus dem Takedown heraus, u.a. eine Richtungsänderung mit Wurf zur Seite. Anschließend wurde noch ein Angriff in den Rücken des Gegners erarbeitet.  Hierbei taucht man mit einer schnellen Bewegung unter der Achsel des Gegners durch und nimmt den Rücken. Franco zeigte auch hier einige Details und Weiterführungen für die Würge.
Danach kam Ernst Gola dran, Ernst ist selbst aktiver Wettkämpfer und zeigte einen Seoi-nage, also einen abgeknieten Schulterwurf. Hier unterrichtete er erstmal die wichtigsten Details um den Wurf schnell und effektiv durchführen zu können.  Dann wurde der Wurf aus verschiedenen Griffmöglichkeiten trainiert. Am Schluß zeigte Ernst noch eine Art umgedrehten Schulterwurf, dieser ähnelte dem Schulterrade und war eine Variante.
Christopher Müller ist auch aktiver Wettkämpfer und wählte als sein Thema die große Aussensichel O-soto-gari. Er begann mit einem Konter, gr. Aussensichel als Eingang und gr. Aussensichel als direkter Konter. Christopher ging auch stark auf die Fußstellung beim sicheln ein. Hierzu zeigte er eine Variante, bei der die Beine vom Gegner blockiert werden um ihn in die richtige Ausgangsstellung für die gr. Außenbsichel zu bewegen. Eine weitere Weiterführung war mit dem Gegendruck zu arbeiten.
Mit etwas Verspätung ging es dann in die verdiente Pause, die Mitglieder des PSV hatten ein wahres Kuchenfeuerwerk aufgebaut, das die TN mit großer Freude und dankbar annahmen. Auch für Getränke hatte der PSV gesorgt.
Frisch gestärkt ging es dann auf der Matte mit Jens Knippschild weiter. Jens ist Beauftragter für BJJ beim HJJV und begann seine Einheit mit Beingreiftechnik, einer Art  single leg takedown. Hier wird von der Aussenposition der Fuß mit der Hand gegriffen und seitlich weggezogen. Auch hier wurden verschiedene Weiterführungen gezeigt. Anschließend zeigte Jens noch eine Art Beinrollwurf.
Zum Schluß kam Danny Stenackers auf die Matte. Danny wurde gab sein letztes Seminar als Beauftragter Behindertensport. Er muss das Amt leider aus zeitlichen Gründen aufgeben. Danny brachte einige Schals mit, welche aufgezogen als Sichtschutz verwendet wurden. Die Herausforderung war in seiner Einheit quasi blind auf Aktionen zu reagieren. Bei der ersten Aufgabe saßen die TN partnerweise voreinander und versuchten „ohne Augen“ zu kämpfen. Dies war für alle TN eine sehr spannende und herausfordernde Erfahrung.  Danach baute Danny noch eine Technikkombination aus dem Stand auf. Konter gegen einen Atemi-Angriff mit Weiterführungen von Atemi-Gegenangriff in Würgen und Wurf.
Am Ende waren die 4 Stunden sehr schnell vergangen. Kurz vor dem gemeinsamen Abgrüßen wurde noch Danny Steenackers offiziell von Christopher Müller verabschiedet. Danny bekam eine  schönes Geschenk, sowie eine Ehrenurkunde vom HJJV für seine Verdienste rund um den Ju-Jutsu Behindertensport. Kurz nach 18 Uhr wurde dann der Lehrgang mit dem gemeinsamen Abgrüßen geschlossen.  Der HJJV dankt dem PSV für die hervorragende Ausrichtung und allen Referenten für das Zeigen ihres Blickwinkels.

Nachfolgend findet ihr noch ein paar Impressionen vom Lehrgang.



Bericht und Fotos: Stefan Lechthaler

 

Landestechniklehrgang mit Melanie Althoff

Während andere am 11.11. den Beginn der Karnevalssession feierten, fanden sich motivierte Ju-Jutsuka aus ganz Hessen in Bad Arolsen zu einem Landestechniklehrgang mit Melanie Althoff zusammen. Melanie präsentierte gut gelaunt und immer motivierend verschiedene „Atemitechniken in sinnvoller Kombination“ an Pratzen. Mit ihrer jahrelangen Erfahrung als aktive Wettkämpferin, Wettkampftrainerin und Kampfrichterin konnte sie jedem Teilnehmer hilfreiche Tipps zur Verbesserung der eigenen Bewegungsabläufe und Kombinationen mit auf den Weg geben.


Der Lehrgang begann mit einer Kombination aus CrossFit-Übungen und kleinen Spielen, die den Puls schnell in die Höhe trieben und bereits für das ein oder andere verschwitzte Gesicht sorgte. Anschließen lag der Fokus auf der richtigen Ausführung einzelner Schlag- und Tritttechniken. Melanie nahm sich hierbei für jeden Teilnehmer Zeit und berücksichtigte dabei die unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen. Die Pause musste man sich mit einem Tabata Workout wahrhaftig verdienen. Frisch gestärkt baute Melanie in der 2. Hälfte des Lehrgangs systematisch eine Atemikombination auf. Neben dem Körper war hierbei vor allem der Kopf gefordert. Zum Abschluss durften sich alle noch einmal ordentlich auspowern.
Am Ende waren alle Teilnehmer sehr zufrieden. Jeder hatte Spaß und konnte etwas für sein Training mitnehmen. Vielen Dank an Melanie für den hervorragenden Lehrgang.



Bericht und Bilder: Andreas Scholl

 

Hessische Kämpfer bei der Junioren-Europameisterschaft in Bukarest

Am vergangenen Wochenende fand vom 27.-29.10.2017 in Bukarest, Rumänien, die Junioren-Europameisterschaft statt. Mit dem deutschen Nationalteam reisten am Donnerstag, den 26.10.17, auch zehn Kämpfer aus Hessen an.  Am Freitag, dem ersten von insgesamt drei Kampftagen, ging es zuerst für Jennifer Günsch (U18w -63 kg) los. Die Athletin aus Dotzheim gewann ihren ersten Kampf deutlich gegen Griechenland, musste sich jedoch im folgenden Kampf einer Slowenin geschlagen geben und landete in der Trostrunde. Hier überzeugte sie mit zwei Full Ippon Siegen, verlor jedoch das kleine Finale um Bronze knapp mit 7:9 und belegte Platz 5.
In der nächsten Klasse an diesem Vormittag (U18w -52 kg) startete Tanika Rundel vom JC Erbach. Nach einer Niederlage gegen Rumänien konnte sie in der Trostrunde ihren zweiten Kampf gewinnen. Durch eine erneute Niederlage im dritten Kampf gegen Slowenien war der Wettkampf für die Odenwälderin mit Platz 7 vorbei.
Später an diesem Tag ging Hannah Lux aus Limburg in der Klasse U21w -49 kg auf die Matte. Ihren ersten Kampf verlor sie gegen eine Kämpferin aus Polen und behauptete sich anschließend in der Trostrunde erfolgreich gegen eine Griechin. Den Kampf um Platz drei verlor Hannah denkbar knapp mit 11:12 Punkten gegen Frankreich.
Das Highlight an diesem Tag setzte Alicia Pommert in der Klasse U21w -62 kg. Ihre Vorrundenkämpfe gewann sie souverän mit Full Ippon gegen Kämpferinnen aus Griechenland und der Schweiz. Nur im Finale musste sie sich der starken Niederländerin Van der Brugge geschlagen geben - somit der Vizetitel für die Athletin aus Wiesbaden.
Am zweiten Wettkampftag ging es für die Jungs im Ne-Waza weiter. In der Klasse U21m -77 kg ging Nick Gerhold an den Start. Er verlor seinen ersten Kampf nach Punkten über die Zeit gegen einen Kämpfer aus Moldawien. Durch eine erneute Niederlage, ebenfalls gegen einen Moldawier, schied der Kasseler aus dem Turnier aus und belegte Platz 9.
Tristan Eppler kämpfte in der Altersklasse -85 kg. Nachdem er seinen ersten Kampf gegen Italien verlor, konnte er in der Trostrunde gegen Belgien gewinnen. Anschließend musste er sich jedoch gegen einen Kämpfer aus der Türkei geschlagen geben und kam auf Platz 7.
Am dritten und letzten Wettkampftag ging Julia Krause im Ne-Waza auf die Matte. In der Klasse U18w -57 kg belegte die Kämpferin aus Paderborn nach zwei Niederlagen gegen Frankreich und der Schweiz Platz 13.
Ähnlich erging es Maximilian Strauch aus Hanau (U21m -94 kg). Nach zwei verlorenen Kämpfen gegen Frankreich und Niederlande belegte er Platz 7.
Nikola Angelovski (U21m -69 kg) stand an diesem Tag nach spannenden Vorrundenkämpfen mit Gegnern  aus Polen und Serbien im Finale. Hier verlor der Hanauer gegen Frankreich und erhielt verdient die Silbermedaille.
So ging am Sonntagabend eine aufregende JEM mit einigen Höhen und Tiefen vorüber. Um viele Erfahrungen reicher flogen die hessischen Athleten am Montag zurück in die Heimat.

Nachfolgend findet ihr noch ein paar Impressionen von der Meisterschaft.



Bericht: HJJV Medienteam
Fotos: Stefan Lechthaler

 

Hessischer Kaderathlet Roman Apolonov bekommt Ehrung vom Bundespräsident

Am 13. Oktober wurde u.a. Roman Apolonov von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Berliner Schloss Bellevue mit dem silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Eine höhere sportliche Auszeichnung gibt es in Deutschland nicht. Geehrt wurden die Gewinner der Goldmedaillen auf den World Games und Deaflympics.
Als dreifacher Weltmeister und Bronzemedaillengewinner bei den World Games hat sich Roman diese Auszeichnung mehr als verdient!

Roman kann in seinen jungen Jahren schon auf eine beachtliche Wettkampfbilanz zurückschauen:
Jugend
Jugend Europameister 2010 und 2012
Jugend Weltmeister 2011
Senioren
Bronze Europameisterschaft 2013
Weltmeister 2014, 2015, 2016
Europameister 2016, 2017
World Games Bronze im Einzel
World Games Gold im Team

Der HJJV gratuliert Roman zu dieser außerordentlichen Leistung und zur Ehrung mit dem silbernen  Lorbeerblatt!

Besonderer Landestechniklehrgang in Bad Arolsen

Am Samstag, den 07. Oktober, hat der Budo-Club Bad Arolsen einen Landestechniklehrgang, speziell für sehbeeinträchtigte Menschen ausgerichtet. Referent war Danny Steenackers. Er hat den 3. Dan im Ju-Jutsu und ist der Beauftragte für den Behindertensport des Hessischen Ju-Jutsu Verbandes.
Sogar aus der Nähe von Frankfurt kamen Interessierte, um an dem besonderen Lehrgang teilzunehmen.Das Ziel war, dass man erkennt und versteht, wie sich sehbehinderte Menschen verhalten und auf was es in diesem Bereich der Selbstverteidigung ankommt.

Um dies zu verdeutlichen, haben alle Teilnehmer eine Augenbinde bekommen und sollten, geführt von einem sehenden Partner, durch die Halle laufen. Sofort war von außen zu erkennen, wie vorsichtig sich alle nicht sehenden Teilnehmer bewegten. Sie konnten so nachempfinden, wie sehr man plötzlich von anderen abhängig ist und dass man sich auf den anderen verlassen und Vertrauen aufbauen muss. Danach stellte Danny Selbstverteidigungstechniken vor, die zur Verteidigung von Kontaktangriffen (z.B. Griff ins Revers) angewendet werden können. Bei Diesen erklärte er, dass es wichtig sei, immer den Kontakt zum Gegner zu halten und durch die taktile und auditive Wahrnehmung den Gegner ausmachen muss, um sich zu verteidigen und die Kontrolle zu erlangen. Ganz nach dem Motto „Was man einmal hat, lässt man nicht mehr los“. Auch die Beachtung des Selbstschutzes ist wichtig, da man weitere Schläge nur schlecht oder gar nicht kommen sieht. Zum Ausklang, des dreistündigen Lehrgangs, durften die Teilnehmer am Boden raufen, natürlich hatte einer immer die Augen verbunden.

Auch im wöchentlichen Vereinstraining ist das Trainieren mit verbundenen Augen eine gute Möglichkeit seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und Techniken zu verbessern. Die Teilnehmer waren begeistert von den vielen Eindrücken, die sie gewinnen konnten.

 

Text und Fotos von Doreen Albrecht

 

 

Hessenseminar 2017 wieder voll ausgebucht

Am 9. September fand das jährliche Hessenseminar statt. Der Ausrichter Budokan Maintal und der HJJV begrüßten ca. 160 Ju-Jutsukas, die an den Angeboten auf vier verschiedenen Matten teilnahmen. Geboten wurde wieder einmal die ganze Bandbreite des Ju-Jutsu in einem Mix mit altbekannten und teilweise neuen Referenten. Der Morgen begann mit Franco De Leonardis, Johannes Renninghoff, Melanie Althoff und Ernst Golla. In der zweiten Einheit am Vormittag kam dann noch Claudia Behnke hinzu.
Francos Spezialgebiet ist der Bodenkampf, hier konnte er den Teilnehmern viele wertvolle Tipps und Techniken vermitteln. Franco referierte das erste Mal für den HJJV. Leider konnte er nicht so viel aktiv zeigen, da er trotz eines Bandscheibenvorfalls gekommen war! Er brachte aber gleich 3 seiner Schüler mit, die ihn entsprechend unterstützten. Franco begann die ersten 30 Min. mit verschiedenen Aufwärmspielen, um dann direkt in Takedowns überzugehen, hier nahm er sich den Kopfkontrollgriff vor. Danach erläuterte er Sidecontrol-escapes und Guardpasses.
Johannes stellte in seinen Einheiten ein Konzept mit verschiedenen Zweikampf-Übungen zur Bewältigung von Angriffen und Bedrohungen im Nahbereich mit dem Messer vor.
Die trainierten Techniken kombiniert mit den Takedowns können vielseitig auch in anderen SV-Situationen eingesetzt werden.
Melanie stellte in Ihrer Einheit mit Unterstützung ihres Ehegatten Ingo etwas Theorie vorweg und vermittelte, warum Krafttraining einen wichtigen Bestandteil im Training darstellt, nämlich zur Stärkung des Rumpfes als Verletzungsprophylaxe und Gesunderhaltung, sowie zur Kraftgewinnung, was beim Kämpfen auch ein wichtiger Faktor ist. Im praktischen Teil wurde ein Crosstraining bzw. ein sogenanntes HIT (High Intensity Training) angeboten, zusätzlich noch Inhalte aus dem Bereich Gewichtheben. Hier wurden die Übungsausführungen für Kreuzheben, Schwungdrücken und Kniebeugen an Langhantelstangen erklärt und geübt
Ernst Golla gab sein Debüt als Referent. Er ist selbst aktiver Wettkämpfer und richtete natürlich seine Einheit mit diesem Fokus aus. Er gab Tipps aus seiner Wettkampferfahrung und zeigte Techniken für Wettkämpfer und Interessierte.
Claudia zeigte in Ihrer Einheit Wurftechniken  mit vielen vorbereitenden Übungen für die einzelnen Wurfphasen.  Klassisches Kumi Kata, verschiedene Eingänge (Kodokan, pulling out, Kawaeshi,..) dann als Vereinfachung Riesen- und Zwergenwerfen in verschiedenen Varianten. Zum Schluss gab es noch Automatisierungstraining mit Zählen bzw. Singen, sowie Training zu dritt, wenn einer festhält.
Nach der Mittagspause mit Salat und Pasta gingen die TN wieder gestärkt in den Nachmittag, der mit Ehrungen begann, die HJJV-Präsident Thomas H. Meyer gewohnt routiniert und kurzweilig präsentierte:
Torsten Kastl wurde mit der silbernen Ehrennadel des HJJV ausgezeichnet. Torsten ist seit 25 Jahren Trainer im Uni-Dojo Frankfurt und brachte bereits 10 Dan Träger hervor.
Eine Ehrengraduierung ging an Rado Mollenhauer, dem Thomas den braunen Gürtel für seine Wettkampferfolge im Fighting verlieh. Rado wurde 3x Deutscher Meister, gewann 4 x die German Open, wurde Deutscher Polizeimeister, Mannschaftsweltmeister, sowie Gewinner bei den European Police and Firegames.
Die an diesem Tag höchste Ehrung wurde Prof. Dr. Hans-Jörg Müller zuteil. Seine Verdienste um das Ju Jutsu wurden mit dem 6. Dan belohnt, womit ihm gleichzeitig die Großmeisterwürde verliehen wurde. Die Karriere von Hans-Jörg begann 1969 mit dem Eintritt in den Judo-Club Wetzlar, er hat verschiedene Trainer Lizenzen (A-Leistungssport, A-Breitensport), war aktiver Kampfrichter und 1992 einer der Mitbegründer des HJJV, sowie langjähriger Referent für Lehrgänge und Ausbildungen. Auch im Vorstand des HJJV wirkte Hans-Jörg in verschiedenen Ämtern. Aus seinem Training gingen über 20 Dan Träger hervor.
Wir gratulieren allen Geehrten und danken für Ihre Leistungen rund um das Ju-Jutsu.
Im Anschluss ging es wieder weiter auf den Matten, die die Welt bedeuten. Franco vermittelte weitere Bodentechniken, Melanie und Ingo gaben Tipps  für die richtige Ernährung und Ernst zeigte weitere Techniken rund um den Wettkampf. Claudia nahm sich dem Thema Koordination bei Wurftechniken an. Dann kam ein weiterer HEM-Debütant auf die Matte. Dirk Bänfer zeigte Stocktechniken anhand von Doppelstock und Einzelstock, welches den TN ein hohes Maß an Koordination abverlangte. Dirk konnte das Thema aber spielerisch und mit Spaß vermitteln.
In der letzten Einheit luden Franco und Christopher zum „betreuten“ Rollen ein. Die angetretenen TN durften 1,5 Std. frei Rollen/kämpfen. Hier wurde die TN-Zahl jedoch im Verlauf immer weniger, da es doch einiges an Kondition abverlangte. Im Kämpfen zeigt sich oft, wer den längeren Atem hat.
Nach dem Ende der Lehreinheiten begann die Party mit einer Stärkung am Salatbuffet und Grill. Danach wurde sich bis in den späten Abend eifrig ausgetauscht und viel gelacht. Ju-Jutsu ist halt mehr als ein Sport.
Das nächste Hessenseminar ist dann wieder über 3 Tage, wir freuen uns jetzt schon darauf.

Zum Abschluss gilt unser Dank den vielen Helfern und insbesondere Ervin Susnik und Christoph Buccoli vom Budokan Maintal, welche sich hervorragend um die ganze Infrastruktur wie Hallen und Verpflegung gekümmert haben. Wir kommen gerne wieder.

Nachfolgend findet ihr noch ein paar schöne Impressionen, die von Julia Gramatte fotografiert wurden.

 

Bericht: HJJV Medienteam
Fotos: Julia Gramatte

„ Du X!“ – Wie geht eigentlich Konfliktprävention?

Am 02.September 2017 fand auch in diesem Jahr ein Kindertechniklehrgang in Braunshardt statt.
Das Thema „KONFLIKT UND GEWALT – NICHT MIT MIR!“, wurde von Sebastian Stumm (3. Dan JJ, Trainer C, Dipl.-Psych.) referiert.

Was tun, wenn mich einer auf dem Schulhof anpöbelt? Wie kann ich mich verhalten, um die Situation zu entspannen? Und was kann ich tun, wenn reden nicht mehr hilft? An das komplexe Thema der Konfliktprävention führte Sebastian die jungen Ju-Jutsuka spielerisch heran, diesmal mit einem etwas anderen Ju-Jutsu, ohne Matten und ohne Gi.



Nach einer kurzen Einführungsgeschichte, in der ein Streit zwischen zwei Schulkindern geschildert wird, gab Sebastian den Kindern ein Situation vor, in der sie sich partnerweise gegenüber stehen und einer den anderen mit dem Satz „Du X!“ angehen durfte. Für X konnte sich jeder selbst denken, was es bedeuten könnte. Das führte zu vielen Lachern bei den Kindern und sorgte gleichzeitig auch dafür, dass die Stimmung locker blieb, trotz des eigentlich ernsten Themas.

Jetzt war natürlich das schauspielerische Talent des jeweiligen Partners gefragt. Zunächst sollte man auf die Provokation nur mimisch oder mithilfe von Gesten reagieren und sich z.B. kritisch, feindselig, missbilligend, betrübt, zweifelnd, unwissend, desinteressiert, erstaunt oder nachdenklich geben. Hört sich ganz leicht an, es ist aber wahnsinnig schwer in der Rolle zu bleiben ohne lachen zu müssen. Unsere jungen Ju-Jutsu-Darsteller meisterten die Aufgabe, allen Schwierigkeiten zum Trotz.

In der nächsten Stufe der Aufgabe sollte der Verteidiger auf den angreifenden Satz mit einer erstaunten und nachdenklichen Mimik und Gestik, schließlich enttäuscht und  deeskalierend antworten, z.B.: „Schade, dass du mich X nennst statt [eigener Name]“ und „ Schade, dass du findest, dass ich … bin, mir ist es wichtig, dass du mich … findest. Wie bekommen wir das wieder hin?“
Hierbei war es immer wichtig, auf das eigene Befinden einzugehen, ohne den anderen verbal anzugreifen und zudem die Suche nach einer gemeinsamen Lösung anzubieten.

Dann wurde es auch Zeit für eine kurze Pause. Der Ausrichter TSV Braunshardt stellte Essen und Getränke zur Verfügung, so dass sich die gut 20 Kids und der Referent ordentlich stärken konnten.

Jetzt zum zweiten Teil des Lehrgangs: Sebastian rief alle zusammen und gemeinsam überlegte man nun, wie man die vorher geübte Situation, den sich anbahnenden ‚fiktiven‘ Konflikt, verschlimmern könnte. Man fand eine ganze Menge Möglichkeiten, den Konflikt zu verschlimmern – nun blieb die Frage offen: Was tun, wenn mein Gegenüber kein Interesse daran hat, den Streit beiseite zu legen, sondern ihn zu verschlimmern und meine Bemühungen, die Situation zu beruhigen, auch nicht helfen?



Diesmal war also neben den bereits geübten Deeskalation-Methoden auch technisches Ju-Jutsu-Wissen gefragt. Sebastian zeigte ein Version des Dreier-Kontakts, mit dessen Hilfe die Ju-Jutsu-Kids schnell auf verschiedenste Angriffe (bspw.: Schlag von außen zum Kopf und zur Körpermitte oder Fauststoß zum Gesicht) reagieren konnten, um so den Gegner ohne viel Aufwand abzuwehren und gleichzeitig den Weg für einen sicheren und schnellen Rückzug frei zu machen. Auch hier fügte man in der nächsten Übungsstufe einen Antwortsatz hinzu („Das lasse ich mir von Dir nicht gefallen, ich gehe jetzt“), hierbei war besonders wichtig, eine ruhige und abwehrende Haltung anzunehmen.
Das klappte nicht bei jedem auf Anhieb, vor allem war es schwierig, als man es mit unterschiedlichen Partnern versuchte, aber mit fleißigem Üben konnte jedes der Kinder die Aufgabe erfolgreich meistern.

So wurde also ‚Ju-Jutsu-Theater‘, wie es die Kinder nannten, mit Ju-Jutsu-Technik verbunden um an die unterschiedlichsten Phasen eines Konflikts heranzugehen.
Am Ende wurde die am Anfang erzählte Geschichte aufgelöst, natürlich mit einem Happy End ;)
Nachdem die Ju-Jutsu-Kids verabschiedet waren, hatte Sebastian für die anwesenden Eltern und Trainer noch ein paar Beispielbücher zum Thema Konflikt-Lösung mitgebracht, für Anregungen im Training oder das generelle Umgehen mit der Thematik (Bspw.:  „Mut ist keine Zauberei! Stark werden mit gewaltfreier Kommunikation“ von Ina Rodenwald).

Text: Patricia Schäffer
Bild: TSV Braunshardt

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